Punktwertungssystem (ab 2019)

Anpassung des bisherigen Systems: Kopplung an die aktuelle Siegerzeit entfällt

Das bisherige Punktwertungssystem (siehe unten) hat sich über fast 30 Jahre, bei uns und anderswo, prinzipiell bewährt. Es besitzt aber eine gewisse Schwäche: die Kopplung an die Siegerzeit des Tagessiegers. Ist nämlich bei einem Lauf die Siegerzeit außergewöhnlich gut, bekommen alle Läufer hinter dem Sieger weniger Punkte als üblich. Und bei einem anderen Lauf mit einer deutlich schwächeren Siegerzeit gibt es für alle außer dem Sieger mehr Punkte als üblich.

Nach nunmehr 21 Jahren Pfälzer Berglauf-Pokal und der Erfahrung mit inzwischen zahlreichen Läufen auf gleichen Strecken bei den einzelnen Veranstaltungen, können wir eine Anpassung des Wertungssystems vornehmen, die zu mehr Gerechtigkeit und weniger Wettbewerbsverzerrung führen wird.

Anstelle der aktuellen Siegerzeit wird eine durchschnittliche Siegerzeit in die Formel eingesetzt. Diese durchschnittliche Siegerzeit wird als Mittelwert aus den Läufen der vergangenen Jahre auf exakt der gleichen Strecke berechnet.

Die Punkte werden für jeden Lauf wie folgt errechnet:

P = 550 – 250 t/tds (t = Laufzeit; tds = durchschnittliche Siegerzeit)

Die Basisdaten für die einzelnen Bergläufe des Jahres 2019 sind wie folgt:

Donnersberglauf tds = 27:27 Minuten
Nanstein-Berglauf tds = 24:54 Minuten
Rockie-Mountain-Lauf tds = 50:41 Minuten
Rietburg-Berglauf tds = 32:17 Minuten
Bad Dürkheimer Berglauf tds = 34:09 Minuten
Potzberg-Berglauf tds = 29:28 Minuten
Kalmit-Berglauf tds = 31:08 Minuten

Dies sind die durchschnittlichen Siegerzeiten der letzten 10 Läufe (beim Rockie-Mountain-Lauf: 9, Nanstein-Berglauf: 7) auf der gleichen Strecke.

Für den Sieger ergibt sich nunmehr eine Punktzahl, die leicht über oder unter 300 liegen kann, je nachdem, ob er schneller oder langsamer als im Durchschnitt der vergangenen Jahre gelaufen ist. Das bedeutet auch: Nach vier Siegen ist das Rennen um den Pokal noch nicht automatisch entschieden. Denn es kommt nun auch auf die Qualität der Siege an. Es könnte also an der Spitze spannender werden.

Für jeden einzelnen Läufer bedeutet es mehr Gerechtigkeit, da nun sein Punktergebnis seine tatsächliche Leistung widerspiegelt und die Punkte auf der jeweiligen Strecke zukünftig von Jahr zu Jahr vergleichbar sind.

Die einzelnen Punktergebnisse bei den Läufen einer Saison werden zukünftig ausschließlich von der Tagesform der einzelnen Läufer bestimmt und natürlich davon, wie gut jeder Einzelne mit der jeweiligen Strecke zurechtkommt. Der eine liebt eher die gleichmäßig ansteigenden Straßenläufe und holt dort mehr Punkte, der andere die Geländeläufe mit Auf und Ab und ist dort seinen Konkurrenten womöglich überlegen.

Punktwertungssystem (bis 2018)

Die Wertung erfolgt nach Punkten, die für jeden Lauf wie folgt errechnet werden:

P = 550 – 250 t/ts (t = Laufzeit; ts = Siegerzeit).
Für den Sieger (t = ts) ergibt sich die Punktzahl 300.

Wer seine Punkte auf dem Taschenrechner nach dieser Formel selbst errechnen möchte, muss nur beachten, dass die Laufzeit im Dezimalsystem eingegeben werden muss. Beispiel: 37:15 Minuten sind im Dezimalsystem 37,25 Minuten (15/60 = 0,25)

Diese Formel bewertet die Leistung der Läufer nach ihrem Zeitabstand auf den Sieger in linearer Weise. Dabei wird die Dauer des Wettkampfes berücksichtigt. Das bedeutet: Bei einem Lauf von 30 Minuten Dauer (Siegerzeit) gibt es bei einem Rückstand von 6 Minuten die gleichen Punkte wie bei einem 12-Minuten-Rückstand auf eine Siegerzeit von 60 Minuten. Die Null-Punkte-Grenze liegt bei dieser Formel beim 2,2-Fachen der Siegerzeit. Damit bekommt nach langjährigen Erfahrungen in den meisten Fällen auch der Letzte noch Punkte. (Zur Veranschaulichung: Bei einem 10-km-Lauf mit einer Siegerzeit von 32 Minuten läge die Null-Punkte-Grenze bei 32 x 2,2 = 70,4 Minuten, also bei 1:10:24 Stunden.)

Dies ist derzeit das gerechteste und dabei einfachste System, um Läufe unterschiedlicher Charakteristik und mit unterschiedlichen Laufzeiten miteinander zu vergleichen. Denn die Laufzeiten einfach zu addieren, würde zu großen Ungerechtigkeiten führen. Und nur die Platzierung zu bewerten, ist sportlich äußerst fragwürdig. Ein gewisser Schwachpunkt ist die Kopplung an die Siegerzeit. Ist nämlich bei einem Lauf die Siegerzeit außergewöhnlich gut, bekommen alle Läufer hinter dem Sieger weniger Punkte als üblich. Und bei einem anderen Lauf mit einer schwachen Siegerzeit gibt es für alle außer dem Sieger mehr Punkte als üblich.

Um derartige Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, soll zukünftig statt der tagesaktuellen Siegerzeit der Durchschnittswert der Siegerzeiten der letzten Jahre zugrunde gelegt werden. Diese Änderung wird ab 2019 eingeführt.

Für Frauen eigene Wertung?
Für Frauen gibt es keine eigene Wertung, sondern auch die Frauen werden an der Siegerzeit der Männer gemessen. Der Grund liegt klar auf der Hand: Der Frauenanteil liegt bei nur 20-25%, und auch die Leistungsdichte ist bei den Frauen erfahrungsgemäß meist geringer als bei den Männern. Wenn bei den Männern mal der Favorit nicht antritt, dann gewinnt ein anderer mit einer Zeit, die oft nicht weit von der üblichen Siegerzeit entfernt ist. Dies ist bei den Frauen häufig anders. Wegen der meistens deutlich geringeren Anzahl von Elite-Läuferinnen innerhalb eines Wettbewerbs (im Vergleich zu den Männern) würde eine eigene Frauenwertung eventuell zu Wettbewerbsverzerrungen führen. Wenn nämlich einmal die „übliche“ Siegerin nicht anträte und bei weiterer Abwesenheit anderer eine sonst deutlich hinter der Spitze liegende Frau als Siegerin 300 Punkte bekäme und alle weiteren Frauen bei diesem Lauf ebenfalls deutlich höhere Punkte als sonst kassierten, würden die Abwesenden bestraft. Deshalb hat der „Erfinder“ dieser Formel und dieses Wertungssystems von Anfang an eine eigene Frauenwertung ausgeschlossen. Es wäre also verfehlt, aus Gründen der Gleichstellung der Frauen eine eigene Frauenwertung zu fordern. Es gibt Beispiele aus der Vergangenheit, in der genau diese vorhergesagten Wettbewerbsverzerrungen eingetreten sind. (Andere Veranstalter, die diese Formel verwenden, sollten dies berücksichtigen.)

Dieses Wertungssystem hat sich Henning Schneehage, LC Bad Dürkheim, im Jahr 1989 ausgedacht, weil das bis dahin verwendete Wertungssystem beim Deutschen Berglauf-Pokal zu irregulären Ergebnissen geführt hatte. Der DLV übernahm die Formel ab 1990 für den damaligen Deutschen Berglauf-Pokal. Ebenso wird die Formel seit 1990 beim Schwarzwald-Berglauf-Pokal verwendet, von 1992 an auch beim Bayerischen Berglauf-Pokal sowie einige Jahre beim Drei-Flüsse-Cup (Jagst, Kocher, Neckar), in der Pfalz beim Pfälzer Berglauf-Pokal (seit 1998), seit 2006 beim Laufladen-Cup Westpfalz und seit 2012 beim Wasgau-(Trailrunning)Cup. Der Salomon GORE TEX Trailrunning-Cup der Jahre 2008 bis 2013 sowie der Saarländische Berglaufcup (2011 bis 2013) wurden ebenfalls nach dieser Formel gewertet. (Falls jemandem eine weitere Verwendung bekannt ist, würde sich der Autor dieser Zeilen über eine Mitteilung über „Kontakt“ freuen.)